Die Geschichte Zyperns

Frühgeschichte und Antike

Die Insel wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, ihre günstige Lage im östlichen Mittelmeer begünstigte frühen Kupferabbau und Handel. Ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. prägten mykenische Griechen das kulturelle Profil Zyperns, gefolgt von assyrischer, ägyptischer und persischer Vorherrschaft. Im 4. Jahrhundert v. Chr. gliederte Alexander der Große die Insel in sein Reich ein, ehe sie unter hellenistische Ptolemäer­herrschaft und später als Provinz des Römischen Reichs stand.


Byzantinische und Kreuzfahrerzeit

Nach der Teilung des Römischen Reichs fiel Zypern an Byzanz und wurde ein wichtiger Außenposten gegen arabische Überfälle. 1191 eroberte Richard Löwenherz die Insel auf dem Dritten Kreuzzug; kurz darauf verkaufte er sie an den Tempelritterorden, der sie jedoch mangels Ressourcen an das französische Königshaus Lusignan weitergab. Unter den Lusignans entwickelte sich eine feudal geprägte Gesellschaft mit venezianisch beeinflusster Architektur, vor allem in Städten wie Famagusta und Kyrenia.


Venezianische und Osmanische Herrschaft

1473 ging die Herrschaft an die Republik Venedig über, die Zypern als Bollwerk gegen das expandierende Osmanische Reich ausbaute. 1571 fiel die Insel im Krieg an die Osmanen. In der folgenden Osmanenzeit wurden Landbesitz und Verwaltung neu strukturiert, die konfessionelle Vielfalt blieb jedoch erhalten: Griechisch‑orthodoxe, maronitische, armenische und muslimische Gemeinden lebten nebeneinander.


Britische Kolonialzeit

1878 pachtete das Vereinigte Königreich Zypern vom Osmanischen Reich und gliederte es 1914 formell als Kronkolonie ein. Unter britischer Herrschaft wuchs die Forderung der griechisch‑zypriotischen Mehrheit nach Enosis (Anschluss an Griechenland), während türkisch‑zypriotische Kreise eine Beibehaltung der britischen Verwaltung oder gar Taksim (Teilung) anstrebten.


Unabhängigkeit und Republikgründung

Nach einem antikolonialen Aufstand der griechisch‑zypriotischen Befreiungsorganisation EOKA und intensiven Verhandlungen zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei wurde 1960 die Republik Zypern gegründet. Die Verfassung sah eine gemeinsame Regierung von griechischen und türkischen Zyprioten mit garantierten Minderheitenrechten vor.


Interethnische Konflikte und Teilung

Ab 1963 führten wachsende Spannungen und bewaffnete Auseinandersetzungen zum Einmarsch türkischer Truppen in der Folge des Putschversuchs griechischer Nationalisten 1974. Die türkische Armee besetzte den nördlichen Teil der Insel, rund 37 % des Staatsgebiets, und richtet dort die „Türkische Republik Nordzypern“ ein, die bis heute nur von der Türkei anerkannt wird. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben, eine UN‑Pufferzone („Grüne Linie“) trennt seitdem den Norden vom Süden.


Einwanderung, EU‑Beitritt und gegenwärtige Lage

Die Republik Zypern trat 2004 der Europäischen Union bei, der EU‑Rechtsschutz gilt jedoch de facto nur auf dem von Nikosia kontrollierten Südteil. Seit Jahrzehnten laufen UN‑vermittelte Verhandlungen zur Wiedervereinigung, bislang ohne dauerhafte Lösung. Heute ist der griechisch‑zypriotische Staat wirtschaftlich gut entwickelt, während der Norden politisch isoliert und wirtschaftlich schwächer bleibt.

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